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Zum Ende der Seite springen Obst-Prozess: Staatsanwalt fordert elf Jahre Haft
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Obst-Prozess: Staatsanwalt fordert elf Jahre Haft Antworten Zitieren Editieren Melden       Zum Anfang der Seite springen

Totschlag statt Mord. Die Staatsanwaltschaft fordert elf Jahre Haft für Günter Obst. Der beteuert auch nach den Plädoyers weiterhin: „Ich bin unschuldig.“

Im Prozess um die getötete Gabriele Obst hat Staatsanwalt Christoph Mackel gestern elf Jahre Haft für den Angeklagten Günter Obst gefordert. Er wirft dem 74-jährigen Ehemann des Opfers vor, seine Frau mit einem Schrotgewehr erschossen zu haben. Obst-Verteidiger Siegfried Kammel indes will einen Freispruch für seinen Mandanten.

Mackel präsentierte nach sieben Verhandlungstagen ein 70-minütiges Plädoyer, in das er alle Ermittlungsergebnisse einfließen ließ. So zeichnete er zunächst die Geschichte der Familie Obst nach und beschrieb deren unauffälliges Leben. Er erinnerte daran, dass Gabriele Obst, diese „tüchtige, lebensfrohe und vielleicht auch dominante Frau”, vermehrt gearbeitet hätte, nachdem ihr Ehemann in Rente gegangen sei. Und er berichtete, wie der Angeklagte seine Tage zu Hause verbrachte und seit zehn Jahren schon nicht mehr auf der Jagd gewesen sei. „Alles war unauffällig. Selbst das CT, das man aufgrund der Kopfschmerzen von Gabriele Obst veranlasst hatte, blieb ohne Befund”, so der Staatsanwalt. „Unauffällig bis zu jenem 16. April dieses Jahres, als Gabriele Obst verschwand.” Und einmal an diesem Punkt angelangt, verschärfte Mackel den Ton und listete all die Ungereimtheiten und Lügen auf, die Günter Obst den Ermittlern aufgetischt hatte:

„Am Morgen des Verschwindens Ihrer Frau war die Polizei schnell vor Ort: Sie haben mit keinem Wort erwähnt, dass Sie ihr Fahrrad schon nach Hause geholt hatten! Niemand aus Ihrer Familie hat der Polizei gesagt, dass das Schrotgewehr unter Ihrem Bett verschwunden war! Noch am Tag nach dem Leichenfund hat Ihnen die Polizei das Gewehr, die Tatwaffe, unter die Nase gehalten und Sie haben geschworen, es niemals zuvor gesehen zu haben! Lügen über Lügen”, donnerte Mackel und fuhr sogleich fort:

„Während der Hauptverhandlung haben Sie Ihre Frau als ulkige Gurke beschrieben, andererseits halten Sie einen Suizid angeblich für möglich. Einen Suizid, der laut Lehrplan einmalig wäre, wenn man nur an das Fahrrad auf dem Weg denkt, an den Vier-Kilometer-Marsch ohne Taschenlampe hoch zur Egge, an die Auffindesituation in der sogenannten Normal-Nullstellung oder an die Brille zu ihren Füßen. Der Einzige, der immer noch steif und fest behauptet, dass Gabriele Obst Suizid begangen haben könnte, sind Sie, Herr Obst!”

Und Mackel ließ noch immer nicht locker, denn während der Angeklagte einerseits von Suizid spreche, behaupte er andererseits, dass ihm ein Unbekannter die in seiner Garage gefundene Gewehr-Munition untergeschoben haben müsse: „Also doch kein Suizid, sondern ein fremder Täter? Und warum haben Sie Ihren Sohn zu einem Zeitpunkt, als Ihre Frau noch vermisst wurde, auf dessen sorgenvollen Hinweis, seine Fingerabdrücke seien an dem Gewehr zu finden, beruhigt? Beruhigt mit den Worten: Diese Abdrücke sind längst verwischt...? Das konnten Sie doch eigentlich gar nicht wissen!”

Weil er sich in letzter Konsequenz nicht auf ein Mordmerkmal wie Eifersucht oder Habgier festlegen wollte, plädierte Mackel schließlich auf elf Jahre Haft wegen Totschlags. Strafmildernd könnte sich das hohe Alter des Angeklagten sowie die Tatsache, dass er ohne Vorstrafen sei, auswirken. Strafverschärfend hingegen seien die Brutalität, die Art der Ausführung und die Angst, die das Opfer vor dem Tod gehabt haben muss.

„Polizei legte sich schnell fest”

Verteidiger Siegfried Kammel wiederum wollte einen Suizid keinesfalls auschließen und verwies auf das Gutachten des Rechtsmediziners, demzufolge die Tatwaffe nach dem Schuss nicht abgewischt worden sei. Auch hätten Arme und Beine des Opfers vielleicht doch in eine Parallelstellung fallen können. Möglich sei auch, dass Gabriele Obst in den Packtaschen ihres Fahrrades das zerlegte Gewehr hätte mitführen können oder sich nicht gleich am 16. April, sondern auch erst ein, zwei Tage später erschossen haben könnte.

Weiter fuhr er fort: „Wenn der Angeklagte der Täter war: Wie hat er sie zur Egge transportiert? In den Autos der Familie Obst fanden sich keine Anhaftungen von entsprechenden Faserspuren.” Und wenngleich Siegfried Kammel offen einräumte, dass Günter Obst kein Alibi für den Morgen des 16. April habe, so hätte er für das Verhalten seines Mandanten durchaus Verständnis: „Er war in Panik, dass seine illegal geführte Waffe, die ungesichert unter dem Bett gelegen hat, womöglich mit einer Straftat in Verbindung gebracht werden könnte. Und allein diese Lüge hat ihm dieses Verfahren gebracht.

Die Polizei”, so der Verteidiger, „brauchte schnell einen Täter, um Ruhe in die Öffentlichkeit zu bekommen. Auch andere hätten ein Motiv gehabt - aber man hat sich schnell auf Günter Obst festgelegt und nicht intensiv in andere Richtungen ermittelt.” Sein Fazit: Die „offene Situation” müsse zu Gunsten des Angeklagten ausgelegt werden, deshalb die Forderung nach Freispruch und Aufhebung des Haftbefehls.

Die Erste Große Strafkammer wird am Donnerstag, 10. Oktober, ihr Urteil verkünden. Dem Angeklagten oblag das Schluss-wort: „Ich bin unschuldig”, erklärte Günter Obst. „Und das hören Sie von mir noch mit dem letzten Schnaufer auf dem Sterbebett.”


Quelle guckstduhier Haller-Kreisblatt von Nicole Donath


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Die I. Große Strafkammer des Landgerichts Bielefeld ist sich sicher, dass Günter Obst seine Ehefrau Gabriele in der Nacht des 16. April mit seinem Schrotgewehr in den Kopf geschossen und getötet hat. Wegen Totschlags und illegalen Besitzes einer Waffe wurde der 74-Jährige gestern Mittag zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt. Verteidiger Siegfried Kammel kündigte bereits an, gegen das Urteil Revision einzulegen.

Der Saal 20 konnte die große Anzahl an Medienvertretern und Zuschauern, die schon lange vor Prozessbeginn vor den Eingängen gewartet hatten, kaum fassen. Und dann gab es noch mal eine rund 20-minütige Verzögerung, ehe der Vorsitzende Richter Wolfgang Korte um 11.52 Uhr das mit Spannung erwartete Urteil verkündete: Schuldig! Ein Urteil, das vom Angeklagten kopfschüttelnd aufgenommen wurde. Auch während der Urteilsbegründung fasste sich Günter Obst immer wieder mit der Hand an den Kopf, blickte auf den Tisch, tippte sich angesichts der Ausführungen des Richters mit dem Zeigefinger gegen die Stirn und murmelte Kommentare wie „Ihr wart doch gar nicht dabei” oder „Lügen”. Die Kammer indes betonte, wie sicher sie in ihrer Auffassung sei. Denn, so viel sei klar, einen Suizid könne man definitiv ausschließen. Außerdem sei es nicht ersichtlich gewesen, wie ein Fremder an die Tatwaffe unter dem Bett des Angeklagten hätte gelangen können.

Den Ausführungen des Gerichts zufolge soll es spätestens seit 2011 in der Ehe nicht mehr gestimmt haben: „Sie haben von dem Verhältnis Ihrer Frau erfahren, die sich trotz der beendeten Affäre noch immer an dem Unternehmer interessiert zeigte”, hielt der Richter dem Angeklagten vor. „Ob es Eifersucht oder finanzielle Gründe waren oder Sie sich von Ihrer tonangebenden Frau zurückgesetzt fühlten, lässt sich nicht genau sagen. Jedenfalls wollten Sie Ihre Frau in der Nacht des 16. April zur Rede stellen, es kam zur Auseinandersetzung, der sich Ihre Frau entzog. Dann haben Sie sie am Steinhausener Weg mit einem heftigen Schlag auf den Hinterkopf überwältigt und in einem Auto mit großer Ladefläche, die von einer Plane bedeckt war, hoch zum Eggeberg gefahren, um sie dort zu erschießen.” Dass die Tochter oder der Sohn etwas mit dem Tod der Mutter zu tun haben könnten, schloss die Kammer ebenso sicher aus: „Bei keinem von beiden ist ein Motiv ersichtlich.”

Weil es keine eindeutigen Beweise gibt, die diese Tat von Günter Obst belegen, wandte das Gericht de facto das Ausschlussprinzip an: Suizid könne es aus verschiedenen Gründen (kein Abschiedsbrief, Rad auf dem Waldweg, vier Kilometer langer Marsch hoch zur Egge, neutrale Nullstellung der Leiche) nicht gewesen sein, so dass nur Tod durch Fremdeinwirkung in Betracht komme. Und mit Blick auf die Tatwaffe, das Schrotgewehr von Günter Obst, habe es nur einen gegeben, dessen unmittelbarem Zugriff die Waffe unterlag: dem des Angeklagten.

Nachfolgend ging Wolfgang Korte noch länger auf die Lügen rund um das Gewehr ein und warf dem Angeklagten vor, dass er es gewesen sei, der seine Kinder dazu genötigt hätte, der Polizei nichts von einem illegalen Schrotgewehr zu erzählen beziehungsweise den Sohn anzustiften, das Gewehr beiseitezuschaffen: „Ein Gewehr, das zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr in seinem Futteral lag und nur Sie wussten das. Aber wenn Sie ehrliches Interesse gehabt hätten, Ihre Frau zu retten, hätten Sie der Polizei sofort von dem Gewehr erzählt!”

Dass eine Faser, wie sie an der Leggins von Gabriele Obst gefunden wurde, nicht auch in einem der Familien-Autos gefunden wurde, habe keine Tatrelevanz, so der Vorsitzende Richter weiter. Außerdem betonte er, dass die Aussagen der JVA-Häftlinge keine Rolle in der Urteilsfindung gespielt hätten: „Wir glauben, dass die Zeugen gelogen haben. Eine Frechheit, die Folgen nach sich ziehen muss.”

Während Staatsanwalt Chris-toph Mackel elf Jahre Haft gefordert hatte, begründete Wolfgang Korte die siebeneinhalb Jahre wie folgt: „Das hohe Alter des Angeklagten spricht für eine geringere Strafe, denn es muss trotzdem noch eine Lebensperspektive bleiben.” Ein eindeutiges Mordmerkmal sei nicht zu erkennen, deshalb auch nur eine Verurteilung wegen Totschlags. Strafschärfend sei die Todesangst zu werten, die das Opfer gehabt haben müsse.

Aus Sicht von Verteidiger Siegfried Kammel weist die Indizienkette „große Lücken” auf. Lücken, die gegen eine Verurteilung sprechen würden. „Selbstverständlich gehen wir in Revision”, so der Jurist. Staatsanwalt Christoph Mackel wird keine Revision einlegen: „Das war ein schwieriges Indizienverfahren. Aber die Ermittlungen haben so viele Indizien gebracht, dass festgestellt werden konnte: Günter Obst hat die Tat begangen.”

Quelle guckstduhier Haller-Kreisblatt von Nicole Donath


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11.10.2013 15:28 Offline Email Homepage Suchen Freund
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