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Zum Ende der Seite springen Dramatische Stunden am Silvesterabend
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geschockt Dramatische Stunden am Silvesterabend Antworten Zitieren Editieren Melden       Zum Anfang der Seite springen

Bericht von Andreas Großpietsch

Auf einen ruhigen Silvesterabend hatten sich Bewohner und Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Betriebs Haus Hesseln vorbereitet. Stattdessen wird es ein Abend voller Dramatik und Gefahren, an dem eine Katas-trophe nur durch hohen persönlichen Einsatz vieler Menschen und eine Reihe glücklicher Umstände abgewendet werden kann. Auch so geht der Schaden in die Hunderttausende - ein großes Stallgebäude wird bei dem Großbrand in großen Teilen zerstört.

Um 18.40 Uhr bemerken Bewohner des Hofes den Brand in dem Teil der ausgedehnten Ansammlung von Stallgebäuden, der am weitesten vom Wohnhaus entfernt liegt. Als Minuten später die ersten Einsatzkräfte eintreffen, brennt das Dach des großen Gebäudes bereits in voller Ausdehnung. „Ich bin drei Minuten vorher daran entlanggefahren und da war noch nichts zu sehen”, schildert Jürgen von Morsey-Picard.

Die rasche Ausdehnung des Brandes schockt ihn zwar genauso wie seinen Sohn Johannes von Morsey-Picard und Clemens Höner zu Siederdissen, der als Auszubildender auf Haus Hesseln arbeitet, doch für langes Nachdenken bleibt keine Zeit - es muss gehandelt werden. 52 junge Rinder befinden sich in dem Stall und die Chance, sie durch die eher kleine Eingangstür ins Freie zu retten, ist gering. Zumal die Holzdecke, auf der 1500 kleinere Bunde Stroh und 1000 Bunde Heu brennen, schon nachzugeben beginnt.

Brennende Trümmer fallen von der Decke, als die Tiere herausgetrieben werden
Jürgen von Morsey setzt sich ans Steuer des riesigen Radladers, mit dem sonst auf dem Hof große Silageballen transportiert werden, und beginnt, die massive Stallwand einzureißen. Seinem Sohn und dem Auszubildenden gelingt es, alle Tiere unverletzt aus dem Stall herauszutreiben, während um sie herum schon brennende Teile der Decke herabstürzen. Erst im Rückblick, im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt am Morgen danach, scheint allen Beteiligten die Gefahr richtig bewusst zu werden. „Aber man kann doch die Tiere nicht verbrennen lassen”, erklärt Jürgen von Morsey, was einen Landwirt in einem solchen Moment antreibt.

Um 19 Uhr reiht sich am Abend zuvor auf der Margarete-Windthorst-Straße ein Feuerwehrfahrzeug an das nächste. Alle drei Haller Löschzüge sind natürlich komplett im Einsatz, dazu kommen zwei Fahrzeuge aus Steinhagen und die unersetzliche Unterstützung durch ein Spezialfahrzeug des Löschzugs Borgholzhausen-Bahnhof. Ohne diesen »Schlauchwagen SW 2000« könnten die 120 Feuerwehrfrauen und -männer vor Ort kaum etwas ausrichten, denn an der Brandstelle herrscht akuter Wassermangel.

Zwar befindet sich dicht bei dem Hof ein Feuerlöschteich, doch der liegt hinter den Schienen der Haller-Willem-Bahnstrecke. „Bevor in der Gütersloher Leitstelle keine schriftliche Bestätigung einer Streckensperrung eingetroffen ist, darf die Feuerwehr die Bahnstrecke nicht mit einem Schlauch überqueren”, erklärt Halles Wehrführer Wilhelm Köhne. Zu groß ist die Gefahr, dass Feuerwehrleute in der Aufregung während eines Einsatzes einen herannahenden Zug nicht hören würden.

Wassermangel verzögert Beginn der Löscharbeiten um viele bange Minuten
Ein ausreichend leistungsfähriger Hydrant findet sich aber erst mitten in der Hesselner Siedlung an der Rolandstraße. Die Borgholzhausener Feuerwehrleute müssen an den Rand ihrer Schlauchkapazität von zweimal 1000 Metern gehen, um in die Nähe des brennenden Gebäudes zu kommen. Von diesem Punkt aus müssen noch viele weitere Leitungen bis hin zum Einsatzort verlegt werden.

Denn dort wird viel mehr Wasser gebraucht, als die Tanklöschfahrzeuge bereithalten. Das Dachgeschoss ist komplett zum Flammenmeer geworden, über dem die glühenden Balken der Dachkonstruktion einen leuchtenden Kontrast zum dunklen Abendhimmel bilden. Als die Flammen unter dem Dach eines Verbindungsgebäudes zwischen der brennenden ehemaligen Scheune und den neuen Stallungen zu züngeln beginnen, ereignet sich ein weiterer dramatischer Akt in dem Geschehen: Jürgen Steinhanses ordnet den nächsten Einsatz des hofeigenen Radladers an.

Der stellvertretende Haller Wehrführer erklärt den Grund: „Von oben kommen wir nicht an den Brandherd heran und in das Gebäude kann ich niemanden schicken. Erreichen die Flammen aber den angrenzenden Stall, ist der gesamte Komplex nicht mehr zu retten.” In den riesigen Stallungen stehen 250 Milchkühe und 280 weibliche Nachzuchttiere. Direkt daneben befindet sich das Wohngebäude und in einigem Abstand noch die hofeigene Biogasanlage.

Doch ehe die Flammen endgültig übergreifen können, setzt Jürgen von Morsey wieder den gelben Radlader in Bewegung und reißt mit der großen Metallklaue das Verbindungsgebäude in Minuten ein. Zwar schlagen die Flammen aus den Trümmern, doch jetzt kann die Feuerwehr das Löschwasser gezielt zum Einsatz bringen. Erst als dadurch die übrigen Gebäude gerettet sind, kann mit dem Löschen des immer noch lichterloh brennenden Stalls angefangen werden, in dem das Unglück begonnen hat.

Auch 1400 Liter Wasser pro Minute bringen Brand zunächst nicht zum Stillstand
Doch auch bis zu 1400 Liter Wasser pro Minute können die Flammen nicht bezwingen. Gewaltige Rauchschwaden steigen in den zum Glück fast windstillen Himmel, doch darunter schwelt und züngelt das Feuer. Erst ein großer Bagger der Firma Wagemann, mit dem die brennenden Ballen und Balken auf den Hof gezogen werden, bringt den Durchbruch. Stück um Stück kann der Brand jetzt gelöscht werden. Nach und nach kann Einsatzleiter Köhne seine Leute jetzt nach Hause schicken. Einige schaffen es noch, bis zur Jahreswende wieder bei ihren Familien und Freunden zu sein und mit ihnen auf das neue Jahr anzustoßen. Der Löschzug Halle kann bis auf eine Brandwache erst um 0.30 Uhr abrücken.


Gestern, am Neujahrstag, waren viele Menschen bei ersten Aufräumungsarbeiten aktiv. Heute beginnt die intensive Suche nach der Brandursache. In der Nähe des Stalls sollen Jugendliche zur fraglichen Zeit Feuerwerkskörper abgebrannt haben.

Quelle: Haller-Kreisblatt


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02.01.2013 15:28 Offline Email Homepage Suchen Freund
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